Im Blick der Öffentlichkeit

125 Wohnungen entstehen

05.03.20
HNA

 

Komplett neues Quartier: „Wohnen am Stadthallengarten“ nennt die GWG ihr Neubauvorhaben an der Breitscheidstraße. Dort sollen 125 Wohneinheiten entstehen, überwiegend zur Vermietung. ANSICHT: SCHALTRAUM ARCHITEKTEN HAMBURG

GWG investiert 50 Millionen Euro an Breitscheidstraße

VON KATJA RUDOLPH

Kassel – Die GWG wird an der Breitscheidstraße ein millionenschweres Neubauprojekt realisieren: Dort sollen in den nächsten Jahren rund 125 Wohneinheiten entstehen, verteilt auf sieben Gebäude. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft investiert 50 Millionen Euro in das Vorhaben, wie Geschäftsführer Peter Ley gestern bei einem Pressegespräch mitteilte. Damit wolle die GWG ihren Beitrag zu dringend benötigtem zusätzlichem Wohnraum leisten.

Zu 70 Prozent sind Mietwohnungen geplant, 30 Prozent sollen als Eigentumswohnungen verkauft werden. Wie von der HNA bereits berichtet, werden die bisherigen Häuserzeilen für das Vorhaben abgerissen. Eine Aufstockung der Altgebäude sei aus statischen Gründen nicht in Frage gekommen, erläuterte der GWG-Chef. Er betonte, dass man sich um eine „sozialverträgliche Umsetzung“ für die Bestandsmieter bemühe.

In den vier Gebäuderiegeln, die die GWG Ende 2017 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gekauft hatte, sind derzeit 22 der 36 Wohnungen belegt. In einem ersten Schritt soll Anfang 2022 das Haus Nr. 41 direkt an der Aschrottstraße abgerissen werden. Dort entsteht ein siebengeschossiger Neubau mit 26 Wohnungen verschiedener Größen – vom Zwei-Zimmer-Apartment mit 60 Quadratmetern bis zur 165-Quadratmeter-Penthousewohnung. Im Erdgeschoss soll eine Kita mit sechs Gruppen eingerichtet werden.

Für den Neubau, der 2023 fertig werden soll, werde allen Bestandsmietern ein Angebot zu vergünstigten Konditionen gemacht, sodass deren künftige Mieten 8 bis 9,60 Euro pro Quadratmeter betrügen. „Für Härtefälle werden wir noch unter diese Preise gehen, um Mieter nicht zu vertreiben“, versprach Ley. Bisher zahlen die Mieter in der GWG-Anlage im Schnitt 5 Euro.

Im zweiten Schritt sollen, sobald alle Mieter ausgezogen sind, ab 2023 auch die hinteren Gebäuderiegel abgerissen werden. Dort sollen entlang der Breitscheidstraße weitere Mietshäuser entstehen und zum Stadthallengarten hin vier Häuser mit Eigentumswohnungen. Die Einnahmen aus den Verkäufen dienten als „Kompensationsmöglichkeit“ für den nicht kostendeckenden Mietwohnungsbau, erklärte Ley. Alle Wohnungen werden barrierefrei sein sowie über Balkon oder Loggia verfügen. Zudem entsteht eine Tiefgarage mit Aufzug in die Wohnungen.

Die Energieversorgung der Wohnanlage soll zu 100 Prozent aus vor Ort erzeugten erneuerbaren Energien erfolgen. Zudem sollen ausschließlich ökologische Baustoffe eingesetzt werden.


Vor dem Abriss: Das Haus Breitscheidstraße 41 soll als erstes einem Neubau weichen. FOTO: KATJA RUDOLPH

Wohnprojekt. Das Interesse ist vorhanden

VON FLORIAN HAGEMANN

Mit dem Wohnprojekt am Stadthallengarten verwirklicht die GWG ein Projekt, das den Vorderen Westen an einer Stelle noch attraktiver machen wird, die bisher nicht – sagen wir mal – zu den allerschönsten gehörte.Dass die Wohnungsbaugesellschaft dort ein Quartier in bester Lage weiterentwickelt, ist aus ihrer Sicht nur allzu verständlich. Sie wird keine Probleme haben, die Miet-und Eigentumswohnungen an den Mann zu bringen. Das Bemerkenswerte ist, was dabei einmal mehr deutlich wird: In Kassel besteht eben nicht nur ein großer Bedarf an preisgünstigen Wohnungen. Insofern bedient die GWG ein Interesse. Sie liefert damit aber auch all jenen ein weiteres Argument, die meinen, im Vorderen Westen schreite die Gentrifizierung voran. hag@hna.de


 
 

Public Relations

Peter Ley

Geschäftsführer

Ansprechpartner

Petra Leithäuser

+49 (0)561 70 00 1 - 104

Kontakt

Anschrift

Neue Fahrt 2
34117 Kassel