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07.03.20
Extra-Tip

GWG startet 50 Mio. Euro-Projekt „Wohnen am Stadthallengarten“ – Bestandsmieter sollen gehalten und zu vergünstigten Mieten in den Neubau einziehen können

Von VICTOR DEUTSCH

Kassel. Als die GWG der Stadt Kassel im Jahr 2017 die 36, ehemals von amerikanischen Soldaten genutzten Wohnungen zwischen Breitscheidstraße und Stadthallengarten von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben übernahm, stand der Abriss schon fest. „Der Kaufpreis entsprach dem Grundstückswert“, berichtet GWG-Geschäftsführer Peter Ley jetzt bei der Vorstellung der Neukonzeption des Wohnquartiers in bester Lage.

Rund 125 Wohneinheiten mit Tiefgarage und einer Kita sollen hier in den nächsten Jahren entstehen; 70 Prozent Mietwohnungen und 30 Prozent Eigentumswohnungen. „Der reine Mietwohnungsbau wäre für uns defizitär. Ansatzweise kostenneutral wird das Projekt durch die Eigentumsvermarktung“, beschreibt Ley die Hintergründe. Dabei werde man sich „am oberen Ende des hier zu erzielenden Preises bewegen.“ Die Maßnahme soll in zwei bis drei Bauabschnitten realisiert werden. Das Gebäude des ersten Bauabschnitts bietet mit 26 Wohneinheiten entsprechenden Platz für die noch im Quartier wohnenden 22 Mietparteien, die bis Jahresende eine Option auf diese Wohnungen haben.

„Für unsere Bestandsmieter steigt die Miete von bislang 5 Euro auf 8 bis 9,60 Euro pro Quadratmeter“, sagt Peter Ley. Die Mehrbelastung lasse sich jedoch durch eine angepasste Wohnungsgröße reduzieren. Aktuell werden die großen Wohnungen nur von wenigen Personen bewohnt, kleinere Einheiten sind in der Anlage nicht vorhanden.


Blick vom Kirchweg in Richtung Breitscheidstraße, links beginnt der Stadthallengarten. Für den ersten Gebäudeabschnitt muss das Gebäude direkt an der Haltestelle abgerissen werden. Die vier Mietparteien dort haben zwei Umzügen – zunächst in Wohnungen der dahinter liegenden Häuser, später in den Neubau – bereits zugestimmt. Fotos: GWG

 „Keiner der derzeitigen Bewohner soll wegen der Baumaßnahme aus seinem angestammten Quartier wegziehen müssen. Lösungen, die den Interessen der derzeitigen Bewohner entsprechen, standen im Vordergrund“, erklärt der GWG-Chef. Die Angebote an die Bestandmieter (Preisnachlass von 20 Prozent, finanzielle Unterstützung beim Umzug sowie zeitlich begrenzte Mieterhöhungsverzichte für die Bestands- und künftige Wohnungen) seien sehr positiv aufgenommen worden. „Die Bewohner von mehreren Häusern haben bereits Umzugsbereitschaft signalisiert“, sagt Peter Ley.

Im letzten Jahr führte die GWG einen Architektenwettbewerb durch. Der Beitrag des Wettbewerbssiegers, des Hamburger Architekturbüros „Schaltraum“ versieht die Wohnungen mit ein bis zwei Balkonen oder Loggien und ein bis zwei Dusch- und/oder Wannenbäder mit Tageslicht. Keine klassischen Flure, sondern fließend ineinander übergehende Funktionen sind Grundlage des neuen Raumkonzeptes. „Neben dem architektonischen Konzept ist es uns wichtig, moderne und besonders funktionale Grundrisse zu entwickeln, die das Wohnen von Morgen abbilden“, so Ley.

Auch der Bau selbst soll zukunftsweisend sein: „Wenn wir heute für morgen bauen, ist es wichtig, zukünftige Energieversorgungssysteme zu entwickeln. Und das heißt, Gewinnung zu 100 Prozent aus regenerativen Energien CO2-neutral“, so Ley weiter. Die GWG arbeitet seit Monaten gemeinsam mit den Städtischen Werken und dem Fraunhofer Institut an entsprechenden Modellen. Ziel ist es, dass die Wohnanlage eigenständig so viel Energie erzeugt, wie sie verbraucht. Die ausschließliche Verwendung von natürlichen Baustoffen wie Holzfenster, Holz- oder/und Linoleumfußboden, PVC-freie Baustoffe und eine mineralische Dämmung sind weitere Bestandteile des ökologischen Konzeptes.

Die Gesamtwohnfläche auf dem Grundstück steigt von heute 3.400 auf 8.500 Quadratmeter Wohnfläche, eine Tiefgarage mit Aufzug erschließt die barrierefreien Wohnungen. Schon 2024 könnte das erste Gebäude des neuen Ensembles fertig gestellt sein, alle weiteren Abriss- und Neubauaktivitäten werden sich anschließen.


Die Planungen sehen eine Erweiterung von derzeit 36 Wohnungen zu geplanten 125 Einheiten unterschiedlicher Größe vor.

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