Im Blick der Öffentlichkeit

180 Millionen für Schulen

19.03.19
HNA

So will die Stadt die Gebäude wieder auf Vordermann bringen

Kassel – Oberbürgermeister Christian Geselle hat gestern ein Konzept vorgestellt, wie die dringend notwendigen Schulsanierungen angegangen werden können. Danach sollen in einer ersten Phase fünf Schulen generalsaniert werden: die berufliche Elisabeth-Knipping-Schule sowie die Gesamtschulen Georg-August-Zinn-Schule, Johann-Amos-Comenius-Schule, Offene Schule Waldau und die Schule Hegelsberg.

Es handelt sich um Schulgebäude, die in den 1950er und 1970er-Jahren gebaut worden sind und die inzwischen erhebliche Baumängel aufweisen. Weitere Schulen sollen folgen. Stadtbaurat Christof Nolda geht davon aus, dass pro Gesamtschule rund 30 Millionen Euro aufgebracht werden müssen, für die Berufsschule 60 Millionen Euro. Insgesamt würden in den kommenden Jahren mindestens 180 Millionen Euro investiert.

Welche zwei Schulen den Auftakt machen, stehe noch nicht fest. Um den Stadthaushalt nicht zu belasten – dieser sei jährlich bei 25 Millionen für Investitionen gedeckelt, so Geselle – wurde für die Abwicklung der Sanierungsarbeiten eine Tochterfirma der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft GWG, die GWGpro, gegründet. Mit ihr gehe die Stadt eine öffentliche Partnerschaft ein. Die GWGpro ist Bauherrin und beauftragt Architekten und Ingenieurbüros mit der Planung und Umsetzung der Maßnahmen. Sind die Arbeiten abgeschlossen, vermietet sie die Schulen, die im Besitz der Stadt bleiben, für einen Zeitraum von 30 Jahren an die Stadt.

Geselle: „Wir haben einen juristisch und ökonomisch sauberen Weg gefunden, um unsere Schulen bestmöglich zu sanieren und zukunftsfähig zu machen.“Das Besondere werde die Zusammenarbeit mit den Stuttgarter Schulbauexperten „bueroschneidermeyer“ sein. Das sieht bei der sechs bis achtmonatigen Planungsphase eine Beteiligung von Schülern, Eltern und Lehrern vor. Daran schließe sich der Architektenwettbewerb an. Wann dann mit den Sanierungen begonnen werde, konnte Geselle noch nicht sagen. chr/bal »

424 Millionen in 28 Jahren investiert

Die Stadt Kassel hat in den vergangenen 28 Jahren insgesamt 424 Millionen Euro in die Sanierungen und Neubauten von Schulgebäuden investiert. Davon waren rund 45 Millionen Euro aus den Kommunalen Investitionsprogrammen I und II für Schulsanierungen ausgegeben worden. Zu den von Stadtbaurat Christof Nolda als besonders sanierungsbedürftig bezeichneten Schulen in Kassel zählen vor allem Gesamtschul-Gebäude. Sie stehen deshalb jetzt auf der Prioritätenliste.

„Zukunftsfähige Schulen schaffen“

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VON CHRISTINA HEIN

Kassel – Im vergangenen Jahr hatte Stadtbaurat Christof Nolda Alarm geschlagen und von einem beträchtlichen Sanierungsstau bei den Kasseler Schulen in Höhe zwischen 100 und 200 Millionen Euro gesprochen. „Wir haben uns dann zusammengesetzt und nach Lösungsmöglichkeiten gesucht“, sagte gestern Oberbürgermeister Christian Geselle. Jetzt habe die Stadt einen Weg gefunden, die notwendigen Sanierungen nicht länger auf die lange Bank schieben zu müssen. In Zusammenarbeit mit der neu gegründeten GWG-Projektentwicklungsgesellschaft GWGpro und mithilfe einer öffentlichen Partnerschaft wird jetzt in den nächsten Jahren ein „dreistelliger Millionenbetrag“, so Christian Geselle in die Sanierung von Kasseler Schulen investiert.

„Die Kooperation mit unserer GWGpro bietet beste Möglichkeiten zur Umsetzung der städtischen Interessen.“ Ziel sei es, zeitgemäße und zukunftsfähige Schulen zu schaffen“, betonte Bürgermeisterin Ilona Friedrich, die zurzeit kommisarisch das Dezernat für Schule und Bildung leitet. „Wir benötigen räumliche Antworten auf die pädagogischen Herausforderungen wie Inklusion, Integration und den digitalen Wandel. Auch die Öffnung in den Stadtteil sei von Bedeutung.

Friedrich betont: „Wir wollen aber nichts über die Köpfe der Beteiligten hinweg machen.“ Deshalb werde es in der Planungsphase ein breit angelegtes Beteiligungskonzept geben. Jeder einzelne Sanierungsprozess werde mit einer Auftaktveranstaltung in der jeweiligen Schule beginnen. Gemeinsam mit Schulen werden an Planung beteiligt Schülern, Lehrern und Eltern werden in Schulkonferenzen die Projektpläne entwickelt. Am Ende wird ein Abschlussbericht mit Schul- und Rahmenprogramm an die Stadt Kassel als Schulträgerin übergeben. „Wir denken auch über Neubauten nach“, sagte GWG-Geschäftsführer Peter Ley. „Wir wollen in jedem Fall in die Planung die aktuellsten pädagogischen Ziele einfließen lassen.“

Nach dem Prinzip einer öffentlichen Partnerschaft mit der GWG-Tochter GWGpro sollen auch weitere Schulen in Kassel saniert werden. Neben den fünf Schulen, die jetzt in das Sanierungsprogramm aufgenommen werden, nannte Stadtbaurat Christof Nolda folgende Schulen als sanierungsbedürftig:

die Dorothea-Viehmann-Schule, die Grundschule Brückenhof/Nordshausen, die Carl-Anton-Henschel-Schule und die Grundschule Schenkelsberg, die Albert-Schweitzer-Schule, die Martin-Luther-King-Schule und die Paul-Julius-von-Reuter-Schule.


 
Gesamtschule: Erste Gebäudeteile der Johann-Amos-Comenius-Schule sind 1955 erbaut worden. ARCHIVFOTO: L. KOCH


 
Versuchsschule des Landes Hessen: Die Offene Schule Waldau war 1972 als integrierte Gesamtschule gebaut worden. ARCHIVFOTO: HELGA KOTHE


 
Schule in der Nordstadt: Die Hegelsbergschule wurde 1978 als sechszügige kooperative Gesamtschule errichtet. Sie wird von 593 Schülern besucht. FOTO: ANDREAS FSICHER


 
Georg-August-Zinn-Schule: 555 Schüler besuchen die Europaschule an der Mattenbergstraße. ARCHIVFOTO: PRIVAT/NH

 

Sanierungsbedürftig: Die berufliche Elisabeth-Knipping-Schule wurde von 1979 bis 1986 in drei Abschnitten gebaut. Sie wird von 2171 Schülern besucht. FOTO: CHRISTINA HEIN


 
 

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