Im Blick der Öffentlichkeit

Nur ein Prozent mehr Miete

22.01.19
HNA

Wohnungsbaugesellschaft GWG reagiert auf Mieterbund
VON CHRISTINA SCHRÖDER

Kassel
– Erfreuliche Nachricht für GWG-Mieter: Auf Initiative des Mieterbundes Nordhessen haben die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Kassel beschlossen, dass Mieterhöhungen in den nächsten drei Jahren gedeckelt werden: Sie werden nur noch höchstens ein Prozent pro Jahr betragen.

Allerdings: Nicht betroffen davon sind Neuvermietungen und Mieterhöhungen nach Modernisierungen. „Rechtlich möglich wären Mieterhöhungen von insgesamt mehr als 700 000 Euro. Durch die beschlossene freiwillige Beschränkung wird sich das Gesamtvolumen der Mieterhöhungen in bestehenden Mietverhältnissen auf unter 300 000 Euro pro Jahr belaufen“, so Peter Ley, Geschäftsführer der GWG.

„Mit dieser freiwilligen Beschränkung nimmt die GWG ihre soziale Verantwortung ernst, bezahlbaren Wohnraum in Kassel zu erhalten“, so der Vorsitzende des Aufsichtsrates der GWG, Oberbürgermeister Christian Geselle. Er hatte die Nachricht auf dem Neujahrsempfang der Stadt verkündet.

Dr. Willi Hilfer, Vorsitzender des Mieterbundes Nordhessen, sagt: „Wir sehen diese Maßnahme als Erfolg unserer Bemühungen an, dass bezahlbarer Wohnraum für alle Mieter in Kassel erhalten bleibt.“ Die GWG habe als erste der angefragten Wohnungsbaugesellschaften positiv reagiert. Sie gehe mit der Begrenzung von Mieterhöhungen mit gutem Beispiel voran und setze ein positives Zeichen. „Andere Wohnungsgesellschaften und Vermieter sollten sich hieran orientieren und ebenfalls Zurückhaltung bei Mietererhöhungen üben“, fügt Hilfer hinzu.

Im Oktober 2018 hatte der Mieterbund Nordhessen mehrere Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften in Kassel und der Region angeschrieben und zum Erhalt bezahlbaren Wohnraums, der in Kassel und in der Region immer knapper wird, eine freiwillige Begrenzung von Mietererhöhungen erbeten.

Im Schnitt 5,49 Euro pro Quadratmeter

Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) gehört zu 100 Prozent der Stadt Kassel. Im vergangenen Jahr feierte das Unternehmen 100-jähriges Bestehen. Aus der früheren Casseler Wohnungsfürsorge ist heute der größte Vermieter der Stadt geworden. In den rund 8500 GWG-Wohnungen leben insgesamt annähernd 16 000 Menschen. Im Durchschnitt zahlt ein Mieter 5,49 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete. Die GWG hat in fast allen Kasseler Stadtteilen Wohnungsbestand. Das Unternehmen beschäftigt 120 Mitarbeiter, davon neun Auszubildende. csa


ZUM TAGE

Wohnen Soziale Verantwortung
VON FRANK THONICKE

Kaum ein anderes Thema ist für viele Kasseler so wichtig wie Wohnen. Baugrundstücke gibt es so gut wie nicht auf dem freien Markt, die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen haben ein Niveau erreicht, das für viele junge Familien nicht mehr bezahlbar ist und auch die Mieten haben stark angezogen. Gute Nachrichten sind da also selten. Schön, dass es sie doch noch gibt. Dazu zählt, dass die Stadt Kassel die Wichtigkeit des Themas erkannt hat und, noch wichtiger, auch was tut. 8000 Wohnungen, von der Sozialwohnung bis zum Einfamilienhaus, sind in Kassel zurzeit in Planung oder bereits im Bau. Das ist umso wichtiger, weil immer mehr Menschen in Kassel wohnen wollen. Mittlerweile sind es über 205 000. Und auch für viele Mieter der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Kassel gibt es freudige Kunde: Für die nächsten drei Jahre steigt die Miete nicht mehr als ein Prozent pro Jahr. Ein Stück soziale Verantwortung wird so erfüllt. tho@hna.de


 
 

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