Im Blick der Öffentlichkeit

Sie blieben ihrem Kiez treu

11.10.18
HNA

Wohnungsgesellschaft GWG zeichnete langjährige Mieter in der Grimmwelt aus

KASSEL. Wer sich in seinem Kiez wohlfühlt, der bleibt dort, wo er geboren wurde – sein Leben lang. Genau das hat Roland Levien vor. Seine Eltern hätten die Wohnung in Bettenhausen schon in den 1920er-Jahren bezogen. Der Rentner wurde dort geboren. Das ist 85 Jahre her. Und noch immer wohnt Levien in dieser Wohnung der städtischen Wohnungsgesellschaft GWG. Er gehe nur, wenn er herausgetragen werden müsse, sagt er. Er hat viele Erinnerungen an die politisch tiefrot gefärbten Arbeiter, die auch während der Nazi-Diktatur in ihrem Kiez zusammenhielten. Levien dürfte Rekordhalter unter den treuesten Mietern der GWG sein, die deren Chef nun im Rahmen einer Feierstunde in der Cafeteria der Grimmwelt auszeichnete. Eine ununterbrochene Mietdauer von 60 Jahren und mehr sind keine Seltenheit. Zu diesen Marathon-Mietern zählt beispielsweise Ursula Bredow, die seit 66 Jahren in ihrer Vierzimmer-Wohnung im Wesertor.

Die 38 Treppenstufen bis in den zweiten Stock, acht zusätzliche in die Waschküche bewältigt die rüstige, hochbetagte Seniorin noch ohne Probleme. Ein Umzug in eine barrierefreie Wohnung im Erdgeschoss, die die GWG auch nach und nach herrichtet ? Nein, dazu hänge sie zu sehr an ihrer Wohnung, sagt die Witwe. Dort sei sie 1952 mit Ehemann und einem Sohn eingezogen. Es war ihre erste richtig schöne Behausung, nachdem sie im Krieg zweimal ausgebombt wurde, erzählt die Rentnerin. GWG-Chef Peter Ley und Kassels Sozialdezernentin und Bürgermeisterin Ilona Friedrich (SPD) sangen der alten Dame ein Geburtstagsständchen. Sie war just am Tag der Feierstunde 99 Jahre alt geworden.

Infrastruktur anpassen

Die Stadt werde im Zeichen der älter werdenden Bevölkerung darauf achten, dass die Infrastruktur für die Bedürfnisse von Senioren weiter ausgebaut werde, sagte Friedrich. Dazu gehöre auch ein Umfeld, das es alten Menschen ermögliche, möglichst lange ohne eine stationäre Pflege auszukommen. Die GWG baue bereits seit 2014 im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts „Leben im Quartier – Wohnen für Generationen“ Hilfs-, Betreuungs- und Pflegeangebote für ihre Mieter aus, sagte GWG-Chef Ley. Dabei geht es auch um die Teilnahme am sozialen Leben. Ursula Bredow findet etwa im „Treffpunkt Mitte“ ihre Kontakte. (pdi)

        
Dank für treue Mieter: Peter Ley (Siebter von links) zeichnete (von links) Erika Kotschwar, Erika und Arnim Häupl, Roland Levien, Ursula Bredow, Elfriede Laubert und Bruhilde Michaelis aus. Foto: Peter Dilling



 
 

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