Im Blick der Öffentlichkeit

Streetbolzer-Heim kann kommen

17.05.18
HNA

Star-Care-Verein, Spender und Bauherrin GWG einigen sich auf Zeit- und Kostenplan

Von José Pinto

KASSEL. Der offizielle Startschuss für den Bau eines Vereinsheims für die Jugend-, Sport und Integrationsinitiative Streetbolzer (siehe Hintergrund) ist gefallen. Nachdem sich Stadt, der Verein Star Care des Mercedes-Benz-Achsenwerks in Kassel und wichtige Spender auf die Modalitäten und den Standort am Nordstadtstadion geeinigt haben, kann es losgehen mit der Planung. Beim jüngsten Treffen wurde ein Kosten- und Zeitplan abgesteckt.

Demnach soll das Vereinheim, das auch neue Umkleideräume und Sanitäranlagen für den regulären Sportbetrieb auf dem städtischen Gelände beherbergen wird, 580 000 Euro kosten. Etwa 200 00 Euro trägt die Stadt, den Rest müssen Star Care und die spendenden Unternehmen aufbringen.

Das Prinzip bei der Umsetzung solcher Projekte ist denkbar einfach: Stare Care stellt einen Sockelbetrag zur Verfügung und wirbt den Rest als Spenden bei Unternehmen und Privatpersonen ein. Und Unternehmer wie Rennert, Baureka, Baustoffmarkt Walter, Garten- und Landschaftsbauer Most und viele andere erhalten gegen Zahlung einer ordentlichen Spende Aufträge zu marktüblichen, transparenten Preisen. Ob Geld- oder Sachspende oder Arbeitsleistung: Jede Art Beitrag ist Star Care willkommen. Das Kasseler Architekturbüro Schulze Schulze Berger steuert die Planung bei, die gegenüber der ursprünglichen aus Kostengründen abgespeckt werden musste.

Herausgekommen ist ein funktionales, Licht durchflutetes Gebäude mit Riesenglasfront zum Spielfeld hin und mit mehreren Zugängen, sodass die eigentlichen Streetbolzer-Räume und die Sanitäraranlagen unabhängig voneinander genutzt werden können. Allerdings hat dieses Star-Care-Projekt gegenüber den vorangegangenen eine Besonderheit. Denn Bauherr ist nicht ein Verein, sondern die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) der Stadt. Und sie wird das Gebäude auch betreiben und an die Streetbolzer vermieten, dieweil ihr Teil ja komplett Spenden-finanziert ist – keine Miete zahlen müssen. Grund für dieses ungewöhnliche Konstrukt sind nach Angaben von GWG-Chef Peter Ley schwierige eigentumsrechtliche Verhältnisse, weil das Gelände ja der Stadt gehört, diese aber nicht als Bauherrin auftreten könne und wolle. Ohne die GWG wäre eine Realisierung des Projekts äußerst schwierig geworden, weswegen Star- Care-Vorsitzender und Leiter des Mercedes-Benzs-Achsenwerks, Professor Dr. Frank Lehmann, Ley seinen besonderen Dank aussprach.

Alle Beteiligten, darunter Bauunternehmer Thilko Gerke und Dirk Röth, Land- schaftsbauer Björn Most und Vertreter des Baustoffmarkts Walter, gaben sich zuversichtlich, auch dieses Projekt gemeinsam stemmen zu können. Baubeginn soll aller Voraussicht nach im Herbst sein. Ein ambitioniertes, aber erreichbares Ziel, wie die Teilnehmer der jüngsten Sitzung meinten.

     

So soll es aussehen, das neue Streetbolzer-Heim. Unser Foto zeigt (von links) Professor Dr. Frank Lehmann (Mercedes-Benz), Peter Ley (GWG), Sabine Pach und Daniel Zabel (beide Streetbolzer) sowie Marc Schöne (Star Care). Foto: Pia Malmus

Zwei Vereine: Star Care und Streetbolzer

Hintergrund

Star Care ist eine gemeinsame Initiative des Daimler-Konzerns und seiner Beschäftigten und wird von Partnern unterstützt. Star steht für den Mercedes-Stern, Care steht für Fürsorge und Obhut. Die 2007 gegründete Organisation ist an allen Produktionsstandorten mit eigenen Projekten aktiv. Der Kasseler Verein gehört trotz vergleichsweise kleinen Werks zu den erfolgreichsten.Alle Projekte werden ausschließlich aus Spenden finanziert, wobei Daimler stets den Grundstock legt. Erstes großes Projekt in Kassel war das Elternhaus am Klinikum, in dem Eltern zeitweise leben, um ihren kranken Kindern ganz nah zu sein. 300 000 Euro hat Star Care investiert. Zweites Projekt war der Kinderbauernhof am Wesertor mit zahlreichen pädagogischen, ökologischen und Freizeitangeboten. Kostenpunkt hier: 350 000 Euro. Drittes Großprojekt war ein festes Zirkusgebäude für das integrative Projekt Zirkutopia für 400 000 Euro. Zusammen mit über 100 000 Euro für zahlreiche kleinere Projekte hat Star Care bislang etwa 1,2 Mio. Euro eingesammelt und verausgabt. Das achtköpfige Vorstandsteam um die Vorsitzenden Professor Dr. Frank Lehmann und Walter Gerhold arbeitet ehrenamtlich.

www.starcare.de     

Der Verein Streetbolzer organisiert Straßenfußballturniere in der ganzen Stadt, bringt so 900 junge Menschen verschiedener ethnischer und sozialer Herkunft zusammen und wirkt Rassismus und Diskriminierung entgegen. Dabei wird der Fairplay und Team-Gedanke gestärkt. Gleichzeitig filmen die Kinder und Jugendlichen die Turniere und schneiden sie zu Filmen, wodurch sie den kritischen Umgang mit Medien erlernen. Die Streetbolzer wurden häufig für ihr Engegment ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen-Fußball-Kulturpreis. (jop)

www.streetbolzer.com

 
 

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