Im Blick der Öffentlichkeit

Sie haben alle Deutsch gelernt

31.10.17
HNA


            

Gemeinsam geht es bei „Forstfeld 36“ besser: Ahmed Jawhar aus Syrien (von links), Soumya Belabed (Awo), Ali Reza aus Afghanistan, Randi Kischkat (Stadt Kassel), Mohamed aus Afghanistan, Taha Alsamari aus dem Irak, Mahdi Panahi aus Afghanistan, Khaled aus Syrien und Hussein Almfargi aus dem Irak. Foto: Malmus

„Forstfeld 36“ ist eine Wohngruppe für junge Flüchtlinge – Jeder geht zur Schule oder macht ein Praktikum

KASSEL. Sie kamen mit dem großen Flüchtlingsstrom vor zwei Jahren. Heute leben die jungen Männer aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und dem Iran im Kasseler Stadtteil Forstfeld. In einer Wohngruppe für unbegleitete Minderjährige, wie das offiziell bezeichnet wird. „Forstfeld 36“ nennt sich das außergewöhnliche Projekt, an dem das Jugendamt der Stadt Kassel, die Awo Nordhessen, die gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft GWG und mit großem Engagement der Verein Children United beteiligt sind. Außergewöhnlich ist das Projekt nicht, weil es in der Stadt einmalig wäre. Auch die Roland-Berger-Stiftung hat zum Beispiel ein solches Haus an der Frankfurter Straße finanziert. Über die Stadt verteilt werden 270 junge Menschen betreut, die als Flüchtlinge kamen. 36 davon im Forstfeld, deshalb der Name.

„Ich finde Deutschland cool, hier haben mir so viele geholfen.“ MAHDI PANAHI (19) AUS AFGHANISTAN

Bei einem Gartenfest, zu dem auch die Nachbarschaft eingeladen war, haben die jungen Männer und die Unterstützer von „Forstfeld 36“ über das Projekt informiert. „Jeder hier geht entweder zur Schule, macht ein Praktikum oder fängt eine Ausbildung an, die Erfolgsquote liegt bei Judith Osterbrink 100 Prozent“, sagt JudithOsterbrink, die Leiterin des Kasseler Jugendamtes. Das sei eine außergewöhnliche Zwischenbilanz, die Mut mache. Zusammen mit Oberbürgermeister Christian Geselle sowie Vertretern aller beteiligten Institutionen und Initiativen nahm sie an dem Fest teil. Besonders wichtig für die Integration und die Akzeptanz im Stadtteil sei die Unterstützung durch die Vermieter und den den Ortsbeirat gewesen, sagt Osterbrink.

Hauswand beschmiert

Doch auch im Forstfeld werden die Flüchtlinge nicht von allen mit offenen Armen empfangen. Unbekannte haben ein Haus der Wohngruppe an der Windhukstraße mit ausländerfeindlichen Parolen und Nazisymbolen beschmiert. Daraus hat sich eine Graffiti-Aktion mit Kasseler Künstlern entwickelt. Die Hauswand sieht jetzt so bunt aus wie die Gruppe von „Forstfeld 36“. Eine ganze Reihe von künstlerisch gestalten Tafeln sind bei dieser Aktion ebenfalls entstanden. Die sollen demnächst im Rathaus ausgestellt werden, hat Oberbürgermeister Christian Geselle zugesagt.

Schulabschluss

Einer der jungen Hausbewohner im Forstfeld ist der 19-jährige Mahdi Panahi aus Afghanistan. Ebenso wie die anderen spricht er mittlerweile fließend Deutsch. Zurück nach Afghanistan will er auf keinen Fall, das sei viel zu gefährlich. Mahdi, der auf seiner Flucht einen Monat zu Fuß unterwegs war, hat mittlerweile einen Hauptschulabschluss an der Willy-Brandt-Schule gemacht, ein Praktikum erfolgreich absolviert und würde gern eine Ausbildung als Kfz-Mechaniker anfangen. Nach zwei Jahren in Kassel hat er ebenso wie die anderen aus der Wohngruppe eine Perspektive. „Ich finde Deutschland cool, hier haben mir so viele geholfen“, sagt Mahdi. (tos)

Kontakt: children-united.de




 
 

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