Im Blick der Öffentlichkeit

GWG: 125 Mio. Euro für besseres Wohnen

30.12.17
HNA

Wohnungsbaugesellschaft investiert in Mietshaus-Sanierung
Von Jörg Steinbach

KASSEL
. Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel (GWG) will in den nächsten fünf Jahren weitere 125 Millionen Euro ausgeben, um die 8500 Mietwohnungen in der Stadt weiter zu verbessern. Es geht vor allem um die Dämmung von Mietshäusern und sparsame moderne Heizungsanlagen, um die Heizkosten für die Mieter zu senken. Zudem sollen Wasser und Abwasserrohre sowie Elektroleitungen erneuert werden.

Was der GWG-Aufsichtsrat kürzlich beschlossen hat, ist bereits das zweite große Investitionsprogramm des städtischen Wohnungsunternehmens. Im Jahr 2013 fiel der Startschuss für die erste Investitionsoffensive. Bis Ende 2017 wurden 100 Millionen Euro in Mietshäuser vor allem in den Stadtteilen Oberzwehren (Mattenberg-Siedlung), Waldau, Forstfeld, Philippinenhof sowie in Rothenditmold (Rothenberg-Siedlung) gesteckt.

Damit hat der größte Vermieter der Stadt, in dessen Wohnungen 16 000 Menschen leben, aktuell einen Modernisierungsgrad der Gebäude von 50 Prozent erreicht. Trotz der geplanten Neubauvorhaben wie auf dem Areal der ehemaligen Joseph von-Eichendorff-Schule in Bettenhausen, wo die GWG für bis zu 40 Millionen Euro bis zum Jahr 2022 insgesamt 170 neue Wohnungen bauen will, sei es sehr wichtig, die Bestandsinvestitionen nicht zu vernachlässigen, sagt GWG-Aufsichtsratschef und Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD). Die GWG müsse alle Anstrengungen unternehmen, „damit insbesondere die Gebäude der 1950er- und 1960er-Jahre einen zeitgemäßen und zukunftsorientierten Standard aufweisen“, gibt Geselle
das Ziel vor. Zum Ende des im neuen Jahr startenden Investitionsprogramms
2018 bis 2022 sollen gut zwei Drittel des GWG-Wohnungsbestandes energetisch und technisch saniert und auch modern ausgestattet sein.

In der Zukunft weniger Reparaturen. Wohnungsbaugesellschaft muss nach Modernisierungen weniger Geld für die Instandhaltung der Mietshäuser aufwenden

Von Jörg Steinbach
KASSEL. Für den größten Vermieter der Stadt geht es erneut um eine gewaltige Investition in die Zukunft. Das zweite Investitionsprogramm der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) der Stadt Kassel in Höhe von weiteren 125 Millionen Euro für die Jahre 2018 bis 2022 soll weitere Mietshäuser des städtischen
Unternehmens technisch und energetisch auf den neuesten Stand bringen. Dabei geht es nicht allein darum, ein bedarfs- und zeitgerechtes Wohnungsangebot für die Mieter zu schaffen und zu erhalten. Die Investitionen bedeuten auch, „dass in den nächsten Jahren aufgrund des guten technischen Gebäudezustandes die Aufwendungen für Reparaturarbeiten deutlich abnehmen werden“, erklärt Peter Ley, Geschäftsführer der GWG.

Nur noch vergleichsweise geringe finanzielle Mittel würden zukünftig für die Instandhaltung der Gebäude erforderlich sein, freut sich der GWG-Chef. In zunehmendem Maß würden auch die Modernisierung und der Neubau von Wohnungen der GWG an Bedeutung gewinnen, blickt Ley in die Zukunft. Finanziert werden die Millionen-Investitionen durch Mehreinnahmen.

Die kommen in die GWG-Kasse, weil derzeit keine Wohnungen mehr leerstehen. Zum Vergleich: Im Jahr 2002 standen noch 645 Wohnungen der GWG leer. Inzwischen ist der Wohnungsleerstand komplett abgebaut. Aber auch durch Mieterhöhungen werden die Investitionen ermöglicht. Um den in früheren Jahren lange Zeit vernachlässigten Bestand an Mietshäusern erhalten und modernisieren zu können, setzt das Unternehmen seit einigen Jahren auf moderate Anpassungen der Mieten. Bereits 2013 hatte das Wohnungsunternehmen 2600 Mieter mit sechs Prozent mehr Miete zur Kasse gebeten. Das waren damals im Durchschnitt etwa 16 Euro mehr pro Monat und Wohnung. Von den Mieterhöhungen betroffen sind vor allem langjährige Mieter. Denn an ihnen sind die mit einem Mieterwechsel verbundenen Mieterhöhungen vorbeigegangen.Die Erhöhung im Jahr 2013 führte zu jährlichen Mehreinnahmen von 500 000 Euro. Unterdem Strich seien die Kosten für die Mieter trotz Mieterhöhung nicht wesentlich gestiegen, erklärt Ley. Die Energieeinsparung von 50 bis 60 Prozent und damit geringere Heizkosten würden die Mieterhöhung fast ausgleichen.

Der GWG-Chef spricht von einer „Mietanpassung mit Augenmaß“. Wer die verlangte Erhöhung nicht zahlen könne, weil er nur ein geringes Einkommen, eine kleine Rente, Hartz-IV oder Sozialhilfe bekomme, könne dies mitteilen. Die Miete werde dann nicht erhöht, sondern auf die Obergrenze des Unterkunftsbedarfs gekappt, den die Stadt übernehme. „Wir sind an zufriedenen Kunden interessiert.“ Es könne aber nicht Aufgabe einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft sein, auf Dauer unter Marktpreis zu vermieten.

HINTERGRUND - Größter Vermieter in der Stadt Kassel

Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) der Stadt Kassel ist mit 8500 Wohnungen in 1050 Häusern, in denen insgesamt rund 16 000 Menschen leben, der größte Vermieter in Kassel. Das gemeinnützige Unternehmen, das der Stadt Kassel gehört, hat seine Gewinne in den vergangenen Jahren kräftig gesteigert. 2015 lag der Bilanzgewinn bei 4,6 Millionen Euro, im Jahr 2016 bei rund fünf Millionen Euro– das beste Ergebnis in der Geschichte des Unternehmens.

Der Löwenanteil der Bilanzgewinne fließt wieder zurück in die Modernisierung der Wohngebäude, die sich das Unternehmen annähernd 25 Millionen Euro jährlich kosten lässt. Ab dem Jahr 2019 muss die GWG zudem jährlich 900 000 Euro von ihrem Gewinn in die Kasseler Stadtkasse zahlen. (ach)

     

Keine Kunstaktion der documenta, sondern Gebäudemodernisierung: 1,3 Millionen Euro hat die GWG in diesem Jahr investiert, um die Fassaden von elf Häusern am Steinweg so umzugestalten, dass sie wieder ihrer 1950-er-Jahre-Optik nahe kommen. Archivfoto: Ludwig

ZUM TAGE - Geld gut angelegt
Jörg Steinbach über die GWG-Investitionen

Die GWG steht zu ihrem Wort, die Mieterhöhungen zum Wohle der Mieter zu nutzen. Die Millionengewinne wandern nicht in den Geldspeicher des Stadtkämmerers. Sondern werden genutzt, um dieMietshäuser und Wohnungen in Schuss zu halten. Vor 15 Jahren standen noch 650 GWG-Wohnungen ständig leer. Das hatte auch damit zu tun, dass Mietshäuser lange nicht modernisiert wurden. Hinter ramponierten Fassaden gab es noch Wohnungen mit Ofenheizung und mit jahrzehntealten Bädern. Jetzt ist die Hälfte des Wohnungsbestandes auf Vordermann gebracht. Die meisten GWG-Mieter sind damit offenbar sehr zufrieden. Seit 2012 verzeichnet das Unternehmen Vollvermietung.

Die Zahl der Kündigungen von Mietern sinkt stetig. Und ältere Bewohner schätzen die Serviceleistungen, die in Kooperation mit dem Nachbarschaftsverein Piano und ambulanten Pflegediensten geboten werden, damit Senioren länger in ihren Wohnungen bleiben können und nicht ins Heim müssen. Auch dafür sind die Mieterhöhungen gut angelegtes Geld. ach@hna.de



 
 

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