Im Blick der Öffentlichkeit

Unmut über neues Heim

05.05.16
HNA

100 Besucher bei Infoveranstaltung zur neuen Flüchtlingsunterkunft
in Bettenhausen

VON MEIKE SCHILLING

BETTENHAUSEN. Ablehnung und Ärger, verhaltene Zustimmung und jede Menge Diskussionsfreude zeigten die über 100 Bettenhäuser Bürger, die zur Infoveranstaltung in die Aula der Joseph-von-Eichendorff-Schule gekommen waren. Thema der Veranstaltung waren die Pläne der Stadt, das Gelände der Schule nach deren Schließung zu bebauen.

Kassels Kämmerer und Sozialdezernent Christian Geselle (SPD), Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) und Peter Ley, Chef der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) der Stadt Kassel, stellten die Pläne vor.

Ihnen schlug gerade zu Beginn des Abends jede Menge Unmut entgegen. Kritisch hinterfragt wurde von vielen Besuchern vor allem der geplante Bau eines neuen Flüchtlingsheims zwischen Olebachweg und Eichwaldstraße, direkt neben der Sporthalle. Tenor vieler Wortbeiträge war, dass die Flüchtlinge nicht gerecht auf alle Kasseler Stadtteile verteilt würden und Bettenhausen überproportional belastet sei. Dem widersprach Geselle nachdrücklich. Derzeit leben nach seiner Aussage 119 Flüchtlinge in Bettenhausen, das seien 1,4 Prozent der Bevölkerung des Stadtteils. In der Südstadt liegt der Anteil laut Geselle bei fast fünf Prozent.

Aber nicht nur das Thema Flüchtlinge sorgte für hitzige Wortmeldungen. Einige nutzten die Gelegenheit, um noch einmal ihrem Ärger über die Schließung der Joseph-von-Eichendorff-Schule Luft zu machen. Zudem wurde immer wieder die mangelnde Infrastruktur im Stadtteil kritisiert. Nachdrücklich wünschten sich die Besucher zudem eine direkte Beteiligung an den Planungen. „Inwieweit können die Anwohner Einfluss nehmen?“, wollte zum Beispiel Michael Gremme wissen, woraufhin Nolda den Ablauf des Verfahrens erklärte und zur engagierten Teilnahme am Planungsprozess aufrief.

Wie die Pläne für das Areal der Schule konkret aussehen, das stellte Ley vor. Im Sommer soll mit dem Bau der Gemeinschaftsunterkunft begonnen werden, die ab März 2017 bis zu 170 Flüchtlingen Platz bieten soll. Die zwei Häuser sind so konzipiert, dass sie später ohne großen Aufwand in normale Mietwohnungenumgewandelt werden können. Auch der Abriss der Schule ist laut Ley noch für dieses Jahr angedacht. Die Bebauung des gesamten Geländes wird nach seiner Einschätzung über einen Zeitraum von fünf Jahren erfolgen. Geplant sind bis zu 160 Wohnungen und Reihenhäuser.


Die Sporthalle bleibt erhalten und soll saniert werden. Am Ende der rund zweistündigen Veranstaltung gab es verhaltenen Applaus. Zufrieden mit dem Gehörten zeigten sich aber längst nicht alle.

„Die haben um den heißen Brei herumgeredet und unsere konkreten Fragen wurden nicht beantwortet“, kritisierte Fabian Regenbogen.

 
 

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