Im Blick der Öffentlichkeit

Bald beginnt der Rohbau

31.03.16
HNA

                 

Die Baumaschinen rollen wieder: Nach mehreren Wochen Baustopp gehen die Arbeiten auf dem Grundstück an der Bunsenstraße wieder voran. Im August/September sollen die drei Neubauten der GWG nun fertig werden.


Nach Baustopp: Arbeiten für GWG-Flüchtlingswohnungen an Bunsenstraße gehen weiter
VON KATJA RUDOLPH

KASSEL. Das Grundstück an der Bunsenstraße hatte schon einige Überraschungen für die GWG als Bauherrn parat. Nach einem mehr als zweimonatigen Baustopp rollen die Bagger aber inzwischen wieder. Mitte April soll der Rohbau beginnen.


Wie berichtet, will die städtische Wohnungsbaugesellschaft auf dem Gelände in der Nordstadt für über sieben Millionen Euro drei Wohnhäuser errichten, die zunächst als Flüchtlingsheim und später als normale Mietwohnungen genutzt werden sollen.

Schon wenige Wochen nach Beginn der Bauarbeiten wurden jedoch Reste einer detonierten Bombe auf dem Grundstück gefunden. Das Problem: Weil sich in der oberen Erdschicht zahlreiche Metallteile befanden, darunter alte Eisenbahnschienen und Rohre, war eine zuverlässige Kampfmittelsondierung nicht möglich. Denn die elektromagnetischen Suchgeräte des Kampfmittelräumdiensts reagieren nicht gezielt auf Bomben, sondern auch auf andere metallische Gegenstände.

Also mussten rund 8000 Tonnen dieser Abraumschicht, dievermutlich 1939 dort aufgeschüttet worden war, unter Aufsicht des Kampfmittelräumdiensts abgetragen werden. Dabei gab es zwei weitere unerwartete Funde: Zum einen befand sich unter dem Schutt eine Schicht „puddingartiger Lehm“, die dort nicht hingehörte, berichtet GWG-Geschäftsführer Peter Ley. Auch diese musste entfernt werden. Zum anderen trat das Fundament einer alten Drehscheibe von zehn Metern Durchmesser zu Tage, die vermutlich der Firma Henschel für ihre Loks diente. Weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich im Umfeld dieser alten Drehscheibe, die ein Angriffsziel für die Alliierten dargestellt haben könnte, noch Blindgänger befinden, musste das Fundament freigelegt und erschütterungsfrei entfernt werden. Dafür wurde das alte Bauwerk mit Spezialgerät in 60 Zentimeter dicke Scheiben geschnitten und Stück für Stück abgetragen – um festzustellen, dass dort keine Weltkriegsmunition mehr lag. Dass das gewissenhafte Vorgehen angebracht war, habe der Bombenfund von vergangener Woche auf einem Nachbargrundstück gezeigt, sagt Ley. Wie berichtet mussten für die Entschärfung der 50-Kilo-Bombe 200 Menschen ihre Häuser verlassen.

Auf der GWG-Baustelle laufen derzeit die Gründungsarbeiten für Fundament und Bodenplatten. Parallel wird Recycling-Material als Ersatz für die abgetragene Bodenschicht aufgeschüttet.

Sonst lägen die Häuser eine Etage zu tief. In zwei bis drei Wochen sollen die Gebäude - vom richtigen Niveau ausgehend - dann in die Höhe wachsen. Ende August, und damit etwa sechs Wochen später als ursprünglich gedacht, sollen bereits die ersten Bewohner einziehen. Ab Mitte September sollen alle drei Gebäude fertig sein. Sie bieten Platz für bis zu 180 Flüchtlinge

             


Ende August soll es fertig sein: So sollen die Häuser aussehen, die zunächst als Flüchtlingsheim und später als Wohnung genutzt werden sollen. Foto: Arge Bunsenstraße/GWG

 
 

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