Im Blick der Öffentlichkeit

Kritik an Wohnstandort

11.06.16
HNA

Ortsbeirat fürchtet Probleme nach Umnutzung des geplanten Flüchtlingsheims
VON MIRKO KONRAD

BETTENHAUSEN. Bedenken gegen den Standort des geplanten Neubaus für Flüchtlinge zwischen Olebachweg und Eichwaldstraße direkt neben der Turnhalle der Joseph von Eichendorff-Schule kamen in der vergangenen Sitzung des Ortsbeirats Bettenhausen. Die Eichendorff-Schule schließt im Juni endgültig. Das Gesamtkonzept wurde zwar sowohl von Anwohnern als auch von den Mitgliedern des Ortsbeirats positiv bewertet.

Die Bedenken richten sich also nicht gegen die Flüchtlingsunterkunft. Sie setzen vielmehr bei der Umnutzung als reguläre Mietwohnungen an. Wegen der unmittelbaren Nähe zur Sporthalle fürchtet beispielsweise Reiner Lacher (SPD), auch stellvertretender Vorsitzender des Sportvereins VfB Viktoria Bettenhausen, Anwohnerbeschwerden wegen Schallimissionen aus der Halle, die zwangsläufig und vor allem bei Ballsportarten entstehen. Und das könnte in der Konsequenz Auswirkungen
auf das bestehende Sportangebot in der Halle haben. „Im schlimmsten Fall könnte
es auch zu einer Einschränkung des Sportangebots für den Verein kommen“, sagte
Lacher. Der Verein leiste über den Sport einen wichtigen Beitrag zur Integration im Stadtteil. Um die Schallimissionen für die Anwohner möglichst gering zu halten, sei auf der jetzigen Streuobstwiese ein Erdwall aufgeschüttet worden. Außerdem könnte zusätzlich benötigter Parkraum zu einem Problem werden. „Flüchtlinge kommen in der
Regel nicht mit dem eigenen Auto“, sagte Lacher, „die Bewohner nach ihnen schon.“
Schon jetzt sei der Parkraum dort knapp. Das sagten auch Anwohner. Außerdem sei die Streuobstwiese eine der wenigen Grünflächen in dem Gebiet, sie habe auch als Frischluftschneise eine Bedeutung. Im Besitz des 3500 Quadratmeter großen Areals ist die Stadt Kassel. Alfons Fleer (Grüne) sprach sich dafür aus, den Bau der Flüchtlingsunterkunft in das Gesamtkonzept zur Gestaltung des Areals der Joseph von-Eichendorff-Schule einzubinden. Der Ortsbeirat hat jetzt beschossen, noch einmal Verantwortliche der Stadt wie Schul- und Baudezernent und Vertreter der GWG einzuladen, um ihnen gegenüber die Bedenken zu äußern und noch einmal genaue Informationen über die aktuellen Planungen zu erhalten.

HINTERGRUND

GWG plant 33 Wohnungen.

Auf dem Gelände zwischen Olebachweg und Eichwaldstraße in Bettenhausen will die gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) der Stadt Kassel 33 Wohnungen für
etwa 170 Flüchtlinge bauen. Wenn die Wohnungen in einigen Jahren nicht mehr als Flüchtlingsunterkünfte benötigt werden, können diese mit geringem Aufwand zu Mietwohnungen für einkommensschwache Familien oder Studenten umgebaut werden. Außerdem sollen dort auch Sozialraume entstehen, die für Veranstaltungen genutzt werden können. Ab 2017 soll ein Wohnquartier mit bis zu 100 Wohnungen zu günstigen Mietpreisen, aber auch bis zu 60 Eigeneheime in Reihenhausbauweise entstehen. Der Bau der Flüchtlingsunterkunft ist aus dem Gesamtkonzept herausgenommen. Das ermöglicht einen früheren Baubeginn, möglicherweise bereits im August dieses Jahres. Für das Wohnquartier dagegen soll noch ein  Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden. (pmk)

 

Bald Bauland: Hinter der Turnhalle der Joseph-von-Eichendorff-Schule in Bettenhausen soll plant die GWG den Bau einer Flüchtlingsunterkunft mit 33 Wohnungen. Foto: Konrad


 
 

Public Relations

Peter Ley

Geschäftsführer

Ansprechpartner

Petra Leithäuser

+49 (0)561 70 00 1 - 104

Kontakt

Anschrift

Neue Fahrt 2
34117 Kassel