Im Blick der Öffentlichkeit

Das Nähen bringt einander näher

11.02.16
HNA

Flüchtlingsfrauen und Ehrenamtliche stellen gemeinsam Taschen für den guten Zweck her
VON KATJA RUDOLPH

 


KASSEL. Die beiden Nähmaschinen rattern um die Wette. Christa Bödicker näht Klettverschlüsse an ihrer Stofftasche fest. Neben ihr frisst sich bei Maulouda Chahin die Nadel durch den bunten Apfelstoff. Die Rentnerin aus dem Forstfeld und die 33-jährige Frau aus Syrien arbeiten Seite an Seite und fertigen farbenfrohe Turnbeutel und Windeltaschen. Maulouda Chahin lebt seit Dezember mit ihrer Familie in der Gemeinschaftsunterkunft in der ehemaligen Heinrich- Steul-Schule. Sie arbeitet zum ersten Mal an einer Nähmaschine. „Sie ist ein Naturtalent“, sagt Christa Bödicker und lächelt ihr anerkennend zu. Seit November gibt es im Stadtteiltreffpunkt Forstfeld ein Nähcafé für Frauen, das die Caritas initiiert hat. „Nähen kann auch ein Stück zur Integration beitragen“, sagt Jolanta Snyder von der Caritas. Flüchtlingsfrauen blieben mit den Kindern oftmals zu Hause. Über das Angebot im Nähcafé kämen sie aus den Unterkünften heraus, könnten Kontakte knüpfen und würden auch animiert, Deutsch zu sprechen. Maulouda Chahin kann erst ein paar Worte Deutsch. Christa Bödicker zeigt ihr die Schritte an der Nähmaschine - das funktioniert auch ohne Sprache. „Ich bin daran interessiert, die Frauen kennenzulernen“, sagt die 66-Jährige. „Und ich nähe unheimlich gern. Dabei kann man ganz eintauchen und alles andere vergessen.“ Das tut auch vielen Flüchtlingsfrauen gut. Zudem sei es für die Frauen schön, etwas Nützliches tun zu können,  sagt Jolanta Snyder. Vor Weihnach- dienstägliten
konnten die Frauen Taschen als Geschenke mitnehmen. Jetzt produzieren die Näherinnen vor allem für den Verkauf. In zwei Geschäften in Kirchditmold sind die Sachen mit dem Logo „Cariklamotte“ ab sofort erhältlich. Turnbeutel/Rucksäcke kosten 25 Euro, Windeltaschen 15 Euro. Der Erlös kommt wieder dem Projekt und den teilnehmenden  Frauen zugute. Den Start des Nähcafés hatten das Staatstheater und der Lions Club Bad Wilhelmshöhe mit Spenden ermöglicht. Der Nachbarschaftsverein Piano stellte seine Räumlichkeiten bei der GWG für die dienstäglichen Treffen zur Verfügung.  In dem Stadtteiltreff finden neben anderen Angeboten für die Menschen im Quartier auch Sprachkurse für Flüchtlinge statt. „Hier sollen sich Menschen begegnen“, sagt Nachbarschaftshelfer Jürgen Auch ein Gitarrenkurs ist in Planung – allerdings fehlen noch Instrumente. Die selbst genähten Taschen sind erhältlich in den Geschäften Piepmatz (Zentgrafenstr. 134) und Perlenrausch (Zentgrafenstr. 142) in Kirchditmold.

Kontakt zur Caritas: Jolanta Snyder, Tel. 0561/94 02 15 24,
E-Mail: jolanta.snyder@caritas-kassel.de

 
 

Public Relations

Peter Ley

Geschäftsführer

Ansprechpartner

Petra Leithäuser

+49 (0)561 70 00 1 - 104

Kontakt

Anschrift

Neue Fahrt 2
34117 Kassel