Im Blick der Öffentlichkeit

Neues Flüchtlingsheim entsteht...

30.04.16
HNA

Neues Flüchtlingsheim entsteht in Bettenhausen
GWG baut für sechs Millionen Euro an der Sporthalle
VON JÖRG STEINBACH

KASSEL. An der Joseph-von-Eichendorff-Schule im Stadtteil Bettenhausen will die Stadt eine weitere neue Flüchtlingsunterkunft bauen. Die beiden Gebäude sollen auf der Streuobstwiese zwischen Olebachweg und Eichwaldstraße direkt neben der Sporthalle entstehen und 170 Flüchtlingen Platz bieten. Bauherr wird die gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) der Stadt Kassel sein, die rund sechs Millionen Euro investiert.


Weil Gemeinschaftsunterkünfte für Zuwanderer nur eine Zwischenstation sind und Wohnraum in Kassel gefragt ist, setzt die Stadt bei der Unterbringung von Flüchtlingen wieder auf die Kooperation mit der GWG. Das Ziel: Containerbauten sollen vermieden werden. Wie das bereits im Bau befindliche Flüchtlingsheim an der Bunsenstraße in der Nordstadt können deshalb auch die beiden Häuser in Bettenhausen zunächst als Gemeinschaftsunterkunft genutzt und später mit geringem Aufwand zu Mietwohnungen für einkommensschwache Familien oder Studenten umgebaut werden.

Kassels Kämmerer und Sozialdezernent Christian Geselle (SPD) versichert: „Die Sporthalle bleibt auf jeden Fall erhalten.“ Die Sportstätte soll für zwei Millionen Euro saniert werden. Laut GWG-Chef Peter Ley sollen die Bauarbeiten für die 33 Wohnungen auf dem 3500 Quadratmeter großen Grundstück bereits im August beginnen, bis März 2017 soll alles fertig sein. Die GWG will über ihren Nachbarschaftshilfe-Verein Piano auch für Sozialarbeit und den Betrieb der Unterkunft sorgen.

Auf dem Gelände der Joseph- von-Eichendorff-Schule, die im Juli dieses Jahres endgültig geschlossen wird, sollen ab 2017 unter Federführung der GWG bis zu 160 Wohnungen und Reihenhäuser gebaut werden. Am Dienstag, 3. Mai, gibt es um 18 Uhr in der Schule einen Infoabend von Stadt und GWG für Bettenhäuser Bürger.

Würdiges Wohnen
JÖRG STEINBACH über neue Flüchtlingsheime

Zwar schließt das Land Hessen derzeit mehrere Erstaufnahme-Unterkünfte, weil der Flüchtlingsstrom versiegt. Die Stadt muss freilich weiterhin Flüchtlinge mit Bleiberecht unterbringen und deshalb neue Gemeinschaftsheime bauen. Das ist allemal besser, als die Zugewanderten in Containerdörfern oder Notunterkünften unterzubringen.

Denn von den Flüchtlingen, die in der Zeit der Jugoslawienkriege in den 1990er-Jahren nach Deutschland kamen, weiß man, dass viele von ihnen über Jahre in den Gemeinschaftsunterkünften geblieben waren. Es  ist also ein Gebot der Menschlichkeit, anerkannte Flüchtlinge ordentlich unterzubringen. Dass die städtische GWG dafür Verantwortung übernimmt, ist ein Segen für alle Beteiligten.

Übrigens auch für viele Bürger der Stadt Kassel. Wenn die neu gebauten Flüchtlingsunterkünfte nicht mehr nötig sind, werden daraus im Handumdrehen preisgünstige Wohnungen für Mieter mit schmaler Geldbörse. Und von solchen Wohnungen braucht Kassel in den nächsten Jahren jede Menge.
ach@hna.de

 
 

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