Im Blick der Öffentlichkeit

Wassergeld: Mieter warten auf Rückzahlung

10.11.15
HNA 10.11.2015

Kasseler Stadtwerke haben bereits acht Millionen Euro erstattet

VON JÖRG STEINBACH

KASSEL
. Fast acht Millionen Euro zu hoher Wasserpreise haben die Kasseler Stadtwerke bereits erstattet. Doch bei vielen Mietern ist noch kein Geld angekommen. Der Mieterbund Nordhessen appelliert an die Vermieter, die Erstattung zeitnah an ihre Mieter weiterzureichen.

Insgesamt geht es um 17,8 Millionen Euro, die die Städtischen Werke Kassel ihren 70 000 Wasserkunden – das sind rund 110 000 Haushalte in Kassel und Vellmar – für zu hohe Wasserpreise zurückzahlen, die in den Jahren 2008 bis März 2012 kassiert wurden. Darauf hatten sich die Stadtwerke und die Landeskartellbehörde im hessischen Wirtschaftsministerium nach jahrelangem Rechtsstreit im September in einem Vergleich geeinigt.

25 000 Kunden hätten bereits die Erstattung bekommen, sagt Stadtwerke-Sprecher Ingo Pijanka. Er sei zuversichtlich, dass in den kommenden Monaten alle Kunden abgerechnet werden könnten.


Darunter sind auch die großen Wohnungsgesellschaften in Kassel. Die städtische GWG, mit rund 8500 Wohnungen größter Vermieter in der Stadt, rechnet laut Geschäftsführer Peter Ley im Dezember mit der Rückzahlung von fast einer Million Euro Wassergeld.

Man habe auf der Basis des Wasserverbrauchs bereits ausgerechnet, wie viel davon jeder Mieter zurückbekomme. Entsprechend weniger Miete ist im Januar fällig, denn die Rückzahlung will die GWG mit der Miete verrechnen. Schwieriger wird es, wenn Mieter inzwischen ausgezogen sind. Wer als Mieter beim Auszug nicht seine neue Anschrift hinterlassen hat, tut gut daran, sich in Sachen Erstattung selbst bei seinem früheren Vermieter zu melden, rät der Mieterbund.

Denn nach Einschätzung des Eigentümerverbandes Haus & Grund hat der Vermieter keine Nachforschungspflicht, sagt der Kasseler Verbandsvorsitzende Wolfram Kieselbach.


ZUM TAGE
Jede Menge Arbeit

JÖRG STEINBACH
über die Wassergeld-Rückzahlung

Die Stadtwerke machen bei der Wassergeld-Rückzahlung einen guten Job. Nach zwei Monaten haben rund 25 000 Kunden bereits acht Millionen Euro zurückbekommen. Das Engagement rührt wohl auch daher, dass die Städtischen Werke beim Vergleich mit den Kartellwächtern gut weggekommen sind. Ursprünglich hatte die Kartellbehörde gefordert, die Wasserpreise um 37 Prozent zu senken. Da wäre es um annähernd 32 Millionen Euro gegangen. Jetzt müssen die Stadtwerke ihren Kunden nur 20 Prozent der Wasserrechnungen und damit 17,8 Millionen Euro erstatten. Ins Stocken gerät der Geldfluss, weil das Verfahren auch den Vermietern eine Menge Arbeit aufbuckelt. Die Vermieter müssen die Rückzahlung von den Stadtwerken auf ihre Mieter aufteilen und das Geld weiterreichen – die Mieter haben Anspruch darauf. Bloß wer sich nicht an die Spielregeln gehalten  und beim Auszug nicht seine neue Adresse hinterlegt hat, schaut in die Röhre. Aufwendige Adress-Nachforschungen kann nämlich kein Vermieter leisten. ach@hna.de

 
 

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