Im Blick der Öffentlichkeit

Finger drauf – Interview Falk Urlen mit Peter Ley

01.01.15
Quelle: Kassel – östlich der Fulda Ausgabe 01-03-2015

Am 27. September 2014 – im Rahmen des 40-jährigen Bestehens der Heinrich Steul-Siedlung in Kassel-Forstfeld – sprach der frühere Forstfelder Ortsvorsteher Falk Urlen mit dem Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel mbH (GWG), Peter Ley.

Das Interview ist gekürzt.

Falk Urlen: Herr Ley, Sie sind jetzt seit 12 Jahren Geschäftsführer der GWG in Kassel. Was war denn damals Ihr erster Eindruck von dem sogenannten „Weißen Schloss“ in der Heinrich-Steul-Straße?

Peter Ley: Das „Weiße Schloss“ war schon etwas Besonderes, obwohl ich es als „Weißes Schloss“ so gar nicht wahrgenommen habe. Was mich damals etwas erschreckt hat, war das Erscheinungsbild, das mich ein wenig an einen Plattenbau erinnert hat. Es ist aber ein massiv mit Backsteinen gemauertes Haus. Auch diese speziell anmutende Gebäudehülle war der Anlass für uns, baulich etwas zu tun. Die Fassade wird erneuert, ebenso die Eingangsbereiche, die Treppenhäuser und Balkone. Durch die Modernisierungsmaßnahmen mit einem Investitionsvolumen von rund 30 Millionen Euro wird das „Weiße Schloss“ ein Erscheinungsbild bekommen, das seinem Namen wieder gerecht wird. Grundsätzlich finde ich die Architektur der 70er Jahre sehr funktional. Auch in Bezug auf die Grundrissgestaltung. Mit Ausnahme der Größe des Bades würden wir heute nicht anders planen.

Falk Urlen: Wenn man die Bewohnerinnen und Bewohner fragt, was ihnen an der Anlage nicht mehr so gefällt, so sagen sie, das Miteinander ist nicht mehr so wie damals, als die ersten Mieter eingezogen waren, außerdem ist das Erscheinungsbild des Treppenhauses und des Eingangsbereichs etwas peinlich, wenn man Gäste empfängt.

Peter Ley: Ich denke, dass Gebäude Menschen prägen und umgekehrt auch. Wenn das Erscheinungsbild wie hier suboptimal ist, kann ich die Problematik gut nachvollziehen. Ganz wichtig ist es daher, dass die Häuser eine ansprechende Gestaltung erhalten. Dabei sollen die Hauseingänge eine Art Visitenkarte werden. Trotz der ganz hervorragenden Wohnungen - und darin sind wir beide uns einig - ist es bei einem in die Jahre gekommenen Erscheinungsbild schwieriger, die Produkte für den Wohnungsmarkt interessant zu machen. In der Heinrich-Steul-Siedlung wohnen über tausend Menschen. Sie gehören verschiedensten Nationalitäten an. Trotz der Größe der Siedlung und der unterschiedlichen Kulturgruppen gibt es dort wenig Konflikte, und es freut mich, dass es so ist. Ich bin überzeugt, dass die Bewohner mit den neu gestalteten Treppenhäusern und Fahrstühlen verantwortungsvoll umgehen werden und sich die allgemeine Sauberkeit dadurch verbessern wird.

Falk Urlen: Was soll jetzt alles besser werden?

Peter Ley: Wir werden die Gebäude energetisch sanieren. Ich gehe davon aus, dass mit diesen Maßnahmen rund 60 Prozent der Heizenergie eingespart werden kann. Durch die Fassadensanierung verändert sich das Erscheinungsbild der Häuser grundlegend. Die bisherige dominante horizontale Struktur, hervorgerufen durch die roten Streifen, wird aufgehoben und durch eine ansprechende ruhige Gestaltung ersetzt. Die Hauseingänge werden völlig neu gestaltet und erhalten eine verbesserte Wertigkeit. Bisher wurden sie gar nicht als Hauseingänge wahrgenommen. Die Kunden können durch die Neugestaltung in das Haus und in ihre Wohnung barrierefrei gelangen. Das werden Rollstuhlfahrer ebenso zu schätzen wissen wie Eltern mit Kinderwagen oder Kunden, die schwere Einkäufe transportieren müssen. Auch die Kellerräume werden in Zukunft mit dem Aufzug erreichbar sein. In den Wohnungen werden die Bäder sukzessive vom klassischen Badewannenbad zum komfortablen Duschbad umgebaut. Bei einigen Wohnungen ist das schon geschehen. Eine wesentliche Maßnahme im Rahmen der Modernisierung ist die Erschließung der Gebäude von Süden. Viele Menschen nutzen die bisherigen Kellerausgänge, um auf direktem Weg zum Beispiel zum Einkaufsmarkt zu gelangen. Im Zuge der Umbaumaßnahmen werden die Kellerausgänge zu einem gleichwertigen zweiten Eingang umgestaltet.

Falk Urlen: Ich habe gehört, Sie wollen auch Pflegewohnungen schaffen.

Peter Ley: Das bietet sich in ganz besonderer Weise in der Heinrich-Steul-Straße an. Im Haus Nr. 9 wird der Stadtteiltreff Forstfeld, der derzeit noch in der Steinigkstraße 23 angesiedelt ist, einziehen. „piano e. V.“ und der ambulante Pflegedienst „DiakonieStationen“ werden den Treff organisieren. Zusätzlich werden sechs Wohnungen im Gebäude barrierefrei umgebaut und an die Bedürfnisse hilfs- und pflegebedürftiger Menschen angepasst. Der ambulante Pflegedienst bietet dort – perspektivisch rund um die Uhr – entsprechende Dienstleistungen an, nicht nur auf die Bewohner der Heinrich-Steul-Siedlung begrenzt, sondern für den gesamten Stadtteil Forstfeld.

Falk Urlen: Können sich dann die Menschen die Wohnungen nach dem Umbau auch noch leisten?

Peter Ley: Wir werden die Wohnungen zu Preisen anbieten, die sich auch
ein Hartz IV-Empfänger leisten kann.

 
 

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