Im Blick der Öffentlichkeit

Eigene Wohnung auch im Alter

30.01.14
Quelle: HNA

GWG, Stadt, Pflegedienste und Verein piano starten Projekt für ambulante Versorgung

Von Sabine Oschmann

KASSEL. „Leben im Quartier – Wohnen für Generationen“ lautet der Name eines Projekts der Stadt Kassel und der städtischen Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG), das jetzt starten soll.

Hintergrund des Vorhabens: Die Menschen werden immer älter. Viele von ihnen wollen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden im vertrauten Quartier bleiben. Dafür würden viele Senioren und behinderte Menschen gerne Hilfen für die Pflege und im Alltag in Anspruch nehmen, wie Studien gezeigt haben.

Dieser Wunsch korrespondiert mit den Vorgaben des Gesetzgebers, aus Kostengründen die ambulante Versorgung zu stärken und so Heimaufenthalte zu verhindern. Auf diese Anforderung will man auch in Kassel – wo zum Beispiel der Anteil 80- bis 84Jährigen um mehr als sieben Prozent steigt und 2030 das Durchschnittsalter bei 44 Jahren liegen wird – reagieren.

Ambulant vor stationär

Gemeinsam mit fünf Pflegediensten und dem Nachbarschaftshilfeverein piano wolle man mit der Stadt das Motto „ambulant vor stationär“ umsetzen und damit in verschiedenen Quartieren neue Versorgungsstrukturen schaffen, erläuterte GWG-Geschäftsführer Peter Ley im Rahmen einer Pressekonferenz. Dafür werde die GWG Wohnungen barrierefrei und behindertengerecht anpassen oder umbauen, das Sozialamt sich an den Kosten beteiligen.

Voraussetzung dafür sei, erklärte Ute Pähns, stellvertretende Leiterin des Sozialamtes, dass die Betroffenen pflegebedürftig sind und den gesetzlichen Anspruch haben. Umgebaut werde die eigene Wohnung oder eine in der Nachbarschaft, sagte Ley. Außerdem plane man Pflegewohnungen auf Zeit,
also Gästewohnungen. Hier können Betroffene, etwa nach einem Sturz oder Krankenhausaufenthalt, solange einziehen, bis die eigenen vier Wände behindertengerecht gestaltet wurden.

Verein als Säule

Wichtige Säule des Kasseler Pilotprojekts ist der Nachbarschaftshilfeverein piano. Vorstands-Mitglied Annett Martin sagte, piano wolle zur Sicherung und Verbesserung der Lebensqualität im Quartier beitragen, wozu auch gehöre, Selbsthilfe, Bürgerengagement und Netzwerke der Nachbarschaftshilfe zu aktivieren.

 
 

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